2019 - Alles uf Chrankeschiin

Die Theatergruppe Birmensdorf spielt 2019 - «Alles uf Chrankeschiin»

Die Theatergruppe Birmensdorf spielt 2019 - «Alles uf Chrankeschiin»

Komödie in drei Akten von Ray Cooney
Dialektbearbeitung Fritz Klein

Dr. Leo Leu ist nun wirklich nicht zu beneiden: er steckt mitten in den letzten Vorbereitungen für die Jubiläumsfeier und muss für einen Kongress eine überzeugende Rede einstudieren, was ihm die Direktorin des Spitals nicht so recht zutrauen mag. Dann platzt eine ehemalige Krankenschwester ins Ärztezimmer, mit der Nachricht, dass sie und Dr. Leu ein gemeinsames Kind haben. Der inzwischen erwachsene Sohn Felix taucht auch noch im Spital auf um seinen Vater zu suchen und stellt nicht zuletzt wegen seines Namens alles auf den Kopf. Der gestresste Dr. Leu muss mit allen Mitteln und der mehr oder weniger freiwilligen Hilfe von Dr. Blättler versuchen, das „illegitime“ Geheimnis vor seiner Frau und den Kollegen zu verbergen. Vorlaute Patienten und überforderte Pfleger sind diesem Unterfangen nicht sehr zuträglich aber wenigstens macht der käufliche Psychologe, wie ihm geheissen. Das im Minutentakt aufgebaute Lügenkonstrukt gerät arg ins Wanken, als eine Polizistin auf der Bildfläche erscheint und zu viele Fragen stellt. Was macht die Oberschwester auf dem Fenstersims? Was hat der Pfarrer damit zu tun? Weshalb wird Felix immer in der Toilette eingesperrt? Und wer ist denn nun eigentlich der Vater?Ein liebenswürdiges Chaos, das Nerven aufreibt und Lachmuskeln strapaziert - aber zum Glück „alles uf Chrankeschiin“.

  • Mitwirkende
  • Fotos Aufführung
  • Berichte

Die Spieler und Spielerinnen

Philipp Wenk
als Dr. med. Leo Leu

Daniel Billwiller
als Dr. med. Balz Blättler

Simone Ramel

als Hannelore Vögeli, Polizistin

Claudia Jenny

als Rosmarie Leu, Frau von Leo

Monika Gschwind
als Rita Kuster, ehem. Krankenschwester

Tobias Gschwind

als Felix Kuster, Sohn von Rita

Hildegard Rüttimann
als Berta, Oberschwester

Arun Vaghela
als Eduardo Vögeli, Psychologe

Daniel Elsener
als Franz Felix, Patient

Shaila Rüeger
als Amalie Hofstetter, Direktorin Krankenhaus

Renato Cadisch
als Köbeli, Pfleger

Im Weiteren wirken mit:

Regie
Hildegard Rüttimann
Silvia Ramel

Souffleuse
Eveline Endrizzi

Maske
Esther Lochmatter

Licht- und Toneffekte
Michael Gut

Bühnenbau
Arthur Bühlmann

Saal
Claudia Jenny
Shaila Rüeger
Daniel Kubli

  • Fotos Theatergruppe Birmensdorf

Die neue Produktion der Theatergruppe hat bereits vor der Premiere für Turbulenzen gesorgt.

Was wäre das Theater ohne Ray Cooney? Die Stücke des britischen Komödienautors erfreuen sich höchster Beliebtheit und werden landauf, landab gespielt. Fern des Feuilletons, aber in vollen Sälen.

Auch im Limmattal setzen die Theatergruppen gerne auf Cooneys rasante Werke. Erst im Februar spielte die Waldegg-Bühne sein «Move over, Mrs. Markham» (als «Hoppla, Frau Marquart») und nun nahm sich die Theatergruppe Birmensdorf dem Stück «It runs in the Family» an. In der Schweiz besser bekannt als «Alles uf Chrankeschiin».

«Das Publikum will lachen», sagt der Theaterpräsident Daniel Elsener, der sein Amt seit zwei Spielzeiten innehat. Krimis oder gar dramatische Stoffe würden weniger goutiert. Komödien aber lassen laut Elsener das Publikum für einen Abend die Realität vergessen. Und wenn ein Klassiker wie «Alles uf Chrankeschiin» wie angegossen auf das Ensemble passt, muss man zugreifen. Die nun in Birmensdorf präsentierte Fassung ist die Dialektbearbeitung von Fritz Klein.

Aberwitzige Ausreden
Die Geschichte ist schnell erzählt und spielt sich in der hiesigen Version im «Spital Birmensdorf» ab: Im Ärztezimmer übt Dr. Leo Leu, der Hauptprotagonist, seine Rede für den Neurologenkongress. Sie könnte sein Ticket zum Chefarztposten sein. Dumm nur, dass er dabei stets von den verschiedensten Personen gestört und mit einer längst vergessenen Affäre konfrontiert wird. Fortan windet sich Dr. Leo Leu in aberwitzigen Ausreden, was schliesslich zu zahlreichen Verwechslungen führt.

Das Publikum, dass sich ab heute im Gemeindezentrum Brüelmatt ob der Turbulenzen auf der Bühne erfreuen kann, wird nicht bemerken, dass die Theatergruppe nur wenige Tage vor der Premiere selbst mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. «Zunächst fiel vor wenigen Wochen ein Schauspieler aus, der eine tragende Rolle spielen sollte. Er erschien einfach nicht mehr zu den Proben», sagt Elsener, der selbst auf der Bühne zu sehen ist. Ein Ersatz-Darsteller wurde gefunden, doch dieser erkrankte vergangene Woche und musste alle Vorstellungen absagen. «Das war ein Schock und wir mussten quasi in letzter Minute die Rolle erneut besetzen», so Elsener, was mit vereinten Kräften auch gelang.

Das Ensemble hat die Schwierigkeiten gut gemeistert. «Wir sind ein super Team und solche Situationen schweissen zusammen», so der Präsident Elsener. Und er verweist auch auf seine Vorgängerin Hildegard Rüttimann, die seit der Gründung vor 32 Jahren bei der Theatergruppe dabei ist. Obwohl sie kürzertreten wollte, konnte Rüttimann dem Ruf der Bühne nicht widerstehen und führt bei der neuen Produktion erstmals Regie. Ihre Präsenz und Leidenschaft für das Theater sorgt für die nötige Sicherheit bei dem zwölfköpfigen Laienensemble. Zudem ist sie als resolute Oberschwester Berta in einer Nebenrolle zu sehen.

Extreme Situation gemeistert
«Es war mit den beiden Ausfällen eine extreme Situation, aber aufgeben oder gar die Auftrittsdaten absagen, kam nie infrage», sagt Rüttimann. Zumal sie mit ihrer Regieassistentin Silvia Ramel für die Produktion extra einen Regie-Kurs besuchte und ihr das Debüt entsprechend wichtig ist. «Wir mussten glücklicherweise nur wenig am Drehbuch ändern und ich hoffe, dass das Publikum Nachsicht hat, falls die Souffleuse einmal zu hören ist.»

Die Worte der Souffleuse könnten in den Lachsalven untergehen. Die Generalprobe zeigte, dass das Ensemble die Komödie fest im Griff hat. Mit Philipp Wenk als Dr. Leo Leu verfügt die Gruppe zudem über einen Hauptdarsteller wie einen Fels in der Brandung. Permanent steht er auf der Bühne und überzeugt mit seinem komödiantischen Talent. Auch seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter fühlen sich pudelwohl in ihren Rollen.

Bei den fünf Vorstellungen kann sich das Publikum nebst dem Schauspiel auch auf Kulinarisches freuen: Der Fussballclub Birmensdorf sorgt für das leibliche Wohl. Rüttimann führte den Gastrobetrieb zu den Vorstellungen in ihrer Zeit als Präsidentin ein. «Es ist doch gemütlicher, wenn man sich verköstigen und bei einem Glas Wein die Vorstellung geniessen kann», sagt sie. Es ist ein Erfolgsrezept – die Auslastung liegt im Vorverkauf schon bei fast 70 Prozent, sagt Elsener.

Quelle: von Daniel Diriwaechter - az Limmattaler Zeitung - 5.04.2019

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