2016 - Frauepower

Die Theatergruppe Birmensdorf spielt 2016 - „Frauepower“

Die Theatergruppe Birmensdorf spielt das Bühnenstück „Frauepower“ von Bernd Gombold.
Allzu viel sei hier noch nicht verraten, ausser, dass der Schwank in drei Akten von einer Gemeinderatswahl der etwas anderen Art handelt, die durch das Mitmischen von Frauen und solchen die es sein müssen ausser Rand und Band gerät.

  • 1. Leseproben "Bitte luut und düütlich!"
  • 2. "Ab auf die Bühne - Jetzt gaht's richtig los!"
  • 3. Kostüme und Requisiten - "Ich bruuche dring...
  • 4. "Lampenfieber - Ich han dä ganz Text vergässe!"

Einmal wöchentlich scharen sich im Clubraum 2 des Gemeindezentrums Brüelmatt zwölf Akteure um ihre Regisseurin Alfa Poloni. Zuerst werden am „runden“ Tisch Informationen und Eindrücke ausgetauscht, gefolgt von einer individuell gestalteten Aufwärmrunde. Deren Sinn und Zweck ist es, den Alltag hinter sich zu lassen, charakterlich in die Rolle zu schlüpfen, sich mit Stimm- und Sprachübungen für die nächsten zwei Stunden zu wappnen. Vor allem auf die Aussprache wird grossen Wert gelegt – „bitte luut und düütlich!“ lautet die Devise.

Unter Anleitung der Regie wird dann im Textbüechli erst mal kräftig gestrichen, umgeschrieben und ergänzt bis es endlich mit dem Durchlesen losgeht. Was da nicht alles beachtet werden muss! Sage ich den Satz nun laut und wütend oder eher leise, vor Sarkasmus triefend? Soll ich hier verliebt säuseln oder dümmlich sinnieren? Ist das Gesagte trotz vorbildlichem Weinkrampf noch verständlich? Dies und vieles mehr gilt es zu analysieren und auszuprobieren. Dazu bedarf es der Entfaltung schauspielerischen Talents bereits in den Leseproben, denn die Wirkung von Gesprochenem zeigt sich oft erst in Aktion. So sitzt der (natürlich nüchterne) Protagonist angetrunken am neu ernannten Stammtisch vor einem imaginären Bierglas und lallt, was das Zeug hält. „Aber bitte luut und düütlich“! So sind trotz Konzentration und Seriosität herzhafte Lacher immer wieder garantiert.

Am Ende gehen alle müde aber zufrieden und erheitert nach Hause, wo sie sich auch schon wieder auf die nächste Probe vorbereiten.

Herzlichst, Ihre Theatergruppe Birmensdorf

Endlich, endlich!. Nach den beengenden Leseproben im Clubraum 2 besteigt das Ensemble den Gipfel der Theatergefühle – die Bühne! Bei deren Anblick schlägt das Herz eines jeden Mimen höher, sogleich entsteht vor dem inneren Auge der Regisseurin das perfekte Bühnenbild, welches dann im Februar umgesetzt wird.

Und ab sofort blühen den Schauspielern angesichts der grossen Bühne Aufwärmrunden anderen Formats. Jetzt wird getänzelt, gehüpft und Hand in Hand im Kreis gestanden. Zur Förderung von Konzentration, Reaktion und Kooperation kommt ab und an sogar ein Ball zum Einsatz, der dann in der Pause auch mal für ein Fussballmatch herhält. Oder unserem Theaterhund Joshi in die Schnauze fällt.

In den Leseproben lag der Fokus auf sprachlich-stimmlicher Ebene, nun folgen den Worten Taten. Tobias „“Peter“ Gschwind überlegt sich, ob er die Ohrfeigen stoisch ertragen oder eher nach Actionfilm-Manier agieren soll – ein Hecht-Sprung à la Bruce Willis läge allemal drin. Gemeindeammann Heinz, gespielt von Dani Elsener, kann endlich seine Kilometer laufen, wenn er seinen Unmut über unliebsame Erdenbürger(innen) kundtut. Philipp Wenk alias August steht mal hier, mal da, weil er das jetzt platzeshalber einfach kann und übt bereits, dem nahenden Fleischhammer gekonnt auszuweichen. Einzig für M. Christen hinter der Figur Karl, seines Zeichens Bierbrauereibesitzer, ändert sich nicht viel, da er aus Sicherheitsgründen zumeist sitzend anzutreffen ist. Und dann wäre da noch Hannes (Dani Billwiller), der im Verlauf des Stückes „Frauepower“ sowohl Bühne als auch Publikum mit seiner Erscheinung vollends einnimmt und sämtliche Geschehnisse für seine Zwecke nutzt.

Herzlichst, Ihre Theatergruppe Birmensdorf

Mit tatkräftiger Unterstützung von Bühnenmeister Turi Bühlmann und dem beherzten Anpacken einiger Theatermitglieder hat die Bühne ein neues Kleid bekommen, nun geht es daran, die DarstellerInnen zu kostümieren. Man bedenke, dass „Frauepower“ anfangs der 80er Jahre spielt und wohl kaum eine/r der SchauspielerInnen noch Klamotten aus jener Zeitepoche in den heimischen Schränken hortet. Der Aufgabe, entsprechende Bekleidung zu organisieren, sieht sich die helfende Hand Silvia Ramel gewachsen, und sie macht sich fix daran, zuerst mal für die doch sehr unterschiedlich geratene holde Weiblichkeit das passende Outfit zu finden.

Am leichtesten dürfte dieses Unterfangen bei der jungen Larissa Bosshard sein. Sie verkörpert die ebenso junge wie unbeschwerte Anni, die mit ihrem Gewand von heute locker auch in die 80er Jahre zurückversetzt eine gute Figur macht. Sozusagen die Hosen an hat Simone Ramel, die als dominante und männerverachtende Rita überzeugt und es nicht lassen kann, den Herrlichkeiten auf der Bühne erhobenen Zeigefingers verbale Seitenhiebe zu verpassen.

Shaila Rüeger, in der Rolle der Metzgersfrau Gerda den Fleischhammer über dem Kopf ihres Mannes schwingend, setzt sich kleidungstechnisch gut in Szene. Die Sache mit der blutverschmierten Schürze wird allerdings nochmals überdacht. Emma, die im richtigen Leben Claudia Jenny heisst, braucht ein gross geschnittenes Kostüm, sieht auf ihre Kochkünste angesprochen rot und teilt dem Göttergatten ungefragt Ohrfeigen aus. Der frommen Gisela, fernab der Bühne Monika Gschwind genannt, die sich an ihrem Rosenkranz festhält und stets bemüht ist, angesichts frivoler Ausdrücke nicht die Fassung zu verlieren, steht der züchtige Jupe hervorragend. Die Garderobe von Sabrina Trovatelli, deren Alter Ego namens Marilyn sich den Spagat zwischen Monroe, Bardame und Geldeintreiberin zumutet, beinhaltet Kleidungsstücke, die den Anforderungen gerecht werden. Beim Auftritt von Hildegard Rüttimann bleiben konsternierte Blicke mit Sicherheit nicht aus, spielt sie doch den Charakter Paulina, der so gänzlich und gar nicht ihrem Naturell entspricht – frech, hinterhältig und furchtbar ungepflegt, Letzteres lässt den Zustand ihrer Kleidung nur erahnen. Die vom Leben gebeutelte Hanni möchte ihre wahre Identität (noch) nicht preisgeben und spornt die neu gewonnenen Freundinnen im Verlaufe des Bühnenstückes zu Veränderungen an, die, je nach Geschmack, für Augenschmaus
oder –schmerz sorgen.

Wir kennen die Frühjahrsmüdigkeit und den Frühjahrsputz. Auch ist der Frühling die Zeit des Erwachens und der Spargelzeit. All dies mag sein, aber in Birmensdorf ist der Frühling vor allem eines: *Theaterzeit*.

Mit diesen Worten stimmt die Präsidentin Hildegard Rüttimann sowohl die zuschauenden Theaterfreunde als auch die Theatergruppe ein auf eine kurze, aber intensive Zeit im Gemeindezentrum Brüelmatt. Bis zum Startschuss am 08. April ist es zwar noch etwas hin und es bedarf einiger Proben und organisatorischer Arbeit, trotzdem ist sie bereits spürbar – die Vorfreude mit einer Prise Anspannung. Letztere wird an der Première in eine Nervosität umschwingen, die die Kehle austrocknen und die Knie zittern lässt. Eine gewisse Hektik herrscht schon etwas früher vor, nämlich, wenn alle Darsteller hinter dem Vorhang umher wuseln und ihre Requisiten zum gefühlten 20sten Mal auf ihre Vollständigkeit prüfen. Die Schauspieler stehen unter Strom, von der Regisseurin ganz zu schweigen.

Dieses Phänomen nennt sich Lampenfieber, zu dessen Bekämpfung jeder einzelne seine eigenen Methoden anwendet: der Eine versucht, der drohenden Hysterie mit Atemübungen entgegen zu wirken; der Andere verfällt in einen meditativen Tanz; hier vergräbt dieser, ob der plötzlichen Erkenntnis „es gaht los….und ich han dä Text vergässe!“ den Kopf im Textbuch; dort beobachtet jener, betont lässig an der Wand lehnend, das Treiben und eine verschwindend kleine Gruppe möchte am liebsten auf der Stelle sein ganzes Ich im Boden versenken. Untereinander versucht man sich mit
„Toi, toi, toi’s“ aufzubauen, einem Glückwunsch unter Theaterleuten, der allerdings mitnichten, niemals und unter keinen Umständen verdankt werden darf, da sonst ein uralter Aberglaube Ungemach verheissen lässt…..was neben dem grassierenden Lampenfieber nun wirklich nicht sein muss.

Da ist also das Trüpplein mit ausgetrockneter Kehle, zitternden Knien und vergessenem Text, das sich nichtsdestotrotz unbändig auf hoffentlich gelingende Auftritte freut. Und mit Michi Gut, der die Bühne ins rechte Licht rückt, der guten Souffleusen-Seele Eveline Endrizzi, die dem sprachlosen Mimen zum richtigen Wort verhilft sowie einem bestens gelaunten Publikum, das mit wohlwollendem Applaus anfeuert kann eigentlich nichts mehr schiefgehen!

Dies war der vierte und letzte Auszug aus dem Proben-Tagebuch. Die Verfasserin bedankt sich bei den Lesern und freut sich zusammen mit der gesamten Theatergruppe Birmensdorf, Sie an einer der Aufführungen begrüssen zu dürfen.

Herzlichst, Ihre Theatergruppe Birmensdorf

  • Fotos von den Proben
  • Fotos Aufführung
  • Berichte

Fotos von den Proben

  • Fotos von Walter Rüttimann

Gelungene Prèmiere des Schwanks «Frauepower«

Am Freitag, 7.4.16 feierte die Theatergruppe Birmensdorf mit dem dreiaktigen Bühnenstück "Frauepower" von Bernd Gombold Première.

In dem von Regisseurin Alfa Poloni witzig und lebhaft inszenierten Schwank, der in den frühen 80er Jahren spielt, geht es um einen Wahlkampf der etwas anderen Art.

Dem Gemeindeammann Heinz Stolzer (Dani Elsener) passt es gar nicht, dass sich erstmals eine Frauenliste aufstellen lässt und versucht mit einer List, den Vormarsch der Frauen zu stoppen. Dabei behilflich sind ihm Metzgermeister August Knüsel (Philipp Wenk), Karl Fässler (erstmals auf der Bühne: Melanie Christen), seines Zeichens Brauereibesitzer und der ewig unterdrückte Delikatessenladen-Inhaber Peter Hecht (Tobias Gschwind). Allen voran ist jedoch Hannes Klueg (Dani Billwiller) gefordert, der die Identität wechseln muss, um die Frauen auszuspionieren.

Derweil schmiedet Simone Ramel alias Rita Schlatter ihrerseits Pläne, wie sie das Männervolk zu Fall bringen kann. Die Fleischhammer schwingende Gerda Knüsel (Shaila Rüeger), die gottesfürchtige Gisela Keusch (Monika Gschwind) und Emma Hecht (Claudia Jenny), der Freundlichkeit ein Fremdwort ist, leisten motiviert Beistand. Vorerst scheint das Vorhaben mit Hilfe einer gewissen Hanni Heidmann zu gelingen, bis diese die schwerhörige, mit katastrophalen Manieren ausgestattete Wirtin Paulina (hervorragend: Hildegard Rüttimann), ins Boot holt.

Bei all den Intrigen ist es eine Wohltat, wie Anni Stolzer (Larissa Bosshard) mit ihrer jugendlichen Unschuld Hannes‘ Kopf verdreht und Sabrina Trovatelli als Bardame Marilyn dem Stück einen Hauch von Glamour verleiht.

Mit Unterstützung der vielen Helfer im Hintergrund, dem FC Birmensdorf, der für das leibliche Wohl sorgt, der (wenig benötigten) Souffleuse Evelyne Endrizzi und von Michi Gut, der die Bühne ins rechte Licht rückt wurde die Première ein voller Erfolg, was das gutgelaunte Publikum mit herzlichem Gelächter und Applaus honorierte.

Quelle: Limmattaler Zeitung - Marcel Siegrist

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